Preisvergleich-Banner

    DAS BESTE
    ANGEBOT IN
    IHRER REGION<ÜBER 10.000
    VIDEOPRODU-
    ZENTEN IM POOL


Donald Trump - Filmmusik bei der US Wahl 2016

Sie produzieren Unternehmensfilme, sind aber noch kein Kooperationspartner von renferenz film?
Dann melden Sie sich jetzt hier!

Die US Wahl um den Präsident der USA 2016 zwischen Clinton und Trump sorgt nun schon seit Monaten für Schlagzeilen. Nach mehreren Monaten Kampf, Schlammschlacht und Skandalen steht nun seit gestern Donald Trump als neuer Präsident fest.

Trump vs Copyright

Ein Aspekt, der in all der Zeit von den breiten Massen relativ unbemerkt blieb ist, dass Trump als Erkennungsmelodie Filmmusik verwendet, um sein Image zu stärken. Bei fast jedem seiner Auftritte betrat der mittlerweile gewählte Kandidat die Bühne zum Hauptthema des Films “Air Force One”. Sowohl Hauptdarsteller Harrison Ford, als auch Produzentin Gail Katz haben Trump mittlerweile aufgefordert, dies zu unterlassen, da die Kampagnenzentrale es anscheinend versäumt hatte, die Rechte an der Musik vorher einzuholen.

“Die Musik für Air Force One wurde von Hollywood-Legende Jerry Goldsmith komponiert und dirigiert”, schreibt Katz in einem Brief an Donald Trump. “Jerrys Musik wurde entführt, in einem unglücklichen Versuch, Trump mit dem Film und dessen Präsidenten [Harrison Ford] zu assoziieren.”

Die IMDB listet Jerry Goldsmith als Komponist von 150 Filmsoundtracks, bevor der legendäre Komponist 2004 verstarb. Zu seinen bekanntesten Werken gehören “Planet der Affen” (1968), “Chinatown” (1974), “ALIEN” (1979), sowie fünf Filme der “Star Trek”-Reihe.
Goldsmiths Agent Richard Kraft meinte, Goldsmith wäre entsetzt gewesen von der Verwendung seiner Musik für Donald Trump’s Wahlkampf.

Ein alternativer Filmscore

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Goldsmith bereits der zweite Komponist war, der sich dem Stoff angenommen hatte. Randy Newman, bekannt u.A. für die Pixar-Filme “Toy Story” und “Die Monster AG” hatte bereits einen Versuch gestartet, den Film zu vertonen. Dieser Versuch wurde allerdings vom Studio und von Regisseur Wolfgang Petersen abgelehnt, hauptsächlich deshalb, weil Newman bisher keine Erfahrung mit großen Actionfilmen hatte. Ein Artikel der LA Times zitiert den “Das Boot”-Regisseur Petersen folgendermaßen: “Ich dachte, vielleicht kriegen wir etwas, das anders wäre - etwas mutiger. Aber am Ende passten Musik und Film einfach nicht zusammen.”

Gerade im direkten Vergleich wird klar, wie Newmans Musik wesentlich stärker im Comic-Genre verankert ist, als die Version des Action-Veteranen Goldsmith, der u.A. “Rambo” und “Patton” zu seinem Repertoire zählen durfte.

 
 
 

Original-Film-Version mit Musik von Jerry Goldsmith


Randy Newmans zurückgewiesene Version




Die Technik, die Newman bei seiner Komposition einsetzt, wird oft auch als Mickey Mousing bezeichnet und ordnet dabei - wie in einem Mickey-Maus-Cartoon - jedem Handlungsmoment eine Spitze in der Musik zu. Dass das über 120 Minuten Filmproduktion ermüdend werden kann, liegt nahe. Auch bei dem vorangestellten Video, in dem ein Mitarbeiter von referenz film in einem Wahlauftritt von Donald Trump Goldsmiths Film-version gegen die abgelehnte Version von Newman ausgetauscht hat, wird klar, wie fein und trotzdem gravierend die Unterschiede zwischen den beiden Kompositionen ausfallen.

Abgelehnte Filmmusik ist keine Seltenheit

Während es im Falle von “Air Force One” eine gute Idee war, den Komponisten zu wechseln, ist die Filmgeschichte auch voll von Beispielen, in denen das Gegenteil der Fall ist.

Alfred Hitchcock feierte seine größten Erfolge zusammen mit seinem Hauskomponisten Bernard Herrmann. Die Duschszene aus Hitchcocks “Psycho” erlangte nicht zuletzt durch Herrmanns Musik Weltruhm. Der Komponist hatte versucht, Schrecken in Musik umzusetzen. Und das mit Erfolg.


 
 
 

Doch die beiden zerstritten sich über Herrmanns Komposition zu “Der zerrissene Vorhang” und sollten nie wieder zusammenarbeiten. Dabei ist der Filmscore von Bernard Herrmann der Ersatzmusik von John Addison deutlich überlegen.


 
 
 

Während “Air Force One” wie gesagt davon gewonnen hatte, in letzter Sekunde den Komponisten zu wechseln, hatte sein Regisseur Wolfgang Petersen allerdings auch Pech mit abgelehnter Filmmusik:

Für sein Sandalen-Epos “Troja” hatte der israelische Komponist Gabriel Yared in langer Arbeit einen aufwendigen, episch breit aufgestellten Score komponiert. “Mein Konzept sah vor, einen klassischen und gleichzeitig modernen Score zu schreiben. Episch und dennoch subtil und emotionell.”
Die Produktionsfirma wies die Musik zurück, da sie - laut einem Testscreening - "übermachtig, zu groß, veraltet [wäre] und den Film alt aussehen [ließe]"

Als Ersatz wurde “Titanic”-Veteran James Horner engagiert, der in neun Tagen den kompletten Film vollenden musste.
Im folgenden Vergleich der beiden Eröffnung-Szenen, die den Held Achilles vorstellen, wird der Unterschied in der musikalischen Herangehensweise deutlich - gerade auch was die Verwendung von Musik gegenüber Stille angeht. So beginnt Yareds Musik wesentlich früher und verbindet die Szene mit der vorangehenden emotional.

 
 
 

Original-Film-Version mit Musik von James Horner


Gabriel Yareds zurückgewiesene Version


Dass neun Tage Arbeit nicht die gleiche Qualität haben können, wie ein Jahr hingebungsvolle Mühe, hatten auch die Fans schnell bemerkt und so avancierte “Troja” schnell online zu einem der berühmtesten, abgelehnten Filmscores der Filmgeschichte.

Sie produzieren Unternehmensfilme, sind aber noch kein Kooperationspartner von renferenz film?
Dann melden Sie sich jetzt hier!