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Nutzungsrechte bei Filmproduktionen

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Auf der folgenden Seite geben wir Ihnen einen √úberblick √ľber die Nutzungsrechte bei einer Filmproduktion. Zu Beginn starten wir mit einer allgemeinen √úbersicht um uns danach um die speziellen Themen Musik, Sprecher und Schauspieler und verwendeten Archivaufnahmen widmen. F√ľr alle folgenden Hinweise gilt, dass sie ohne Gew√§hr erfolgen. F√ľr verbindliche Aussagen treffen Sie sich mit Ihrem Rechtsberater.

Grundsätzliche Hinweise zu den Nutzungsrechten bei Filmproduktionen

Wenn Sie wissen wollen, welche Nutzungsrechte bei Ihnen und welche Rechte bei dem Produzenten verblieben sind, dann sollten Sie die AGBs Ihres Produzenten und die Vertr√§ge genau pr√ľfen.¬†In der Regel gilt: Rechte, die nicht √ľbertragen wurden, verbleiben beim Urheber.

Eine junge Frau steht im Vordergrund vor ihren Kommilitonen, die im Hintergrund unscharf zu erkennen sind.

Sie sollten die festgelegten Einschr√§nkungen auf jeden Fall beachten, da ansonsten erhebliche Zusatzkosten auf Sie zukommen k√∂nnen, die auch der Produzent nicht erlassen kann, da er vielleicht f√ľr Bild- oder Tonrechte selbst erhebliche Nachzahlungen leisten muss. Ebenfalls kl√§ren sollten Sie, bei wem die Vervielf√§ltigungsrechte liegen. Viele Produzenten behalten sich das Recht der Vervielf√§ltigung vor, und hier kann ein Aufschlag bei Tausenden von Kopien erheblich zu Buche schlagen.

In der Regel erhalten Sie nur Nutzungsrechte an der fertigen Produktion, also am Endfilm. Wenn Sie zus√§tzlich das gedrehte Rohmaterial in anderen Produktionen nutzen wollen,¬†so sollten Sie das im Vorfeld vereinbaren. Meist verlangt der Produzent daf√ľr ein zus√§tzliches Buy-out.



Welche Einschränkungen gibt es im Sinne der räumlichen und zeitlichen Auswertung Ihres Films in Bezug auf

a) die Nutzungsrechte allgemein

Zwei Frauen und ein Mann betrachten etwas, das sich scheinbar rechts neben der Kamera befindet.

Das deutsche Urheberrechtsgesetz (UrhG) garantiert dem Sch√∂pfer das Eigentum an seinem Werk. Dieses Eigentumsrecht ist nicht √ľbertragbar, es kann nur vererbt werden.¬†Der Urheber kann allerdings nach ¬ß 29 UrhG Nutzungsrechte einr√§umen. Nutzungsrechte k√∂nnen zum Beispiel Vervielf√§ltigungsrechte, Vorf√ľhrrechte usw. sein.

Da es sich bei einer Filmproduktion in der Regel um das Ergebnis einer Teamarbeit handelt, ist es wichtig zu wissen, wer die Urheberrechte an Ihrem Film hat und ob Sie Nutzungsrechte √ľberhaupt vom Rechteinhaber erworben haben. In der Regel gilt der Regisseur als der geistige Sch√∂pfer eines Filmwerkes. Achten Sie also immer darauf, dass die beauftragte Filmproduktion die an Sie ver√§u√üerten Nutzungsrechte auch von der Person des Rechteinhabers √ľbertragen bekommen hat.


b) die verwendete Musik

Die Musik zum Film ist bei hochwertigen Produktionen h√§ufig extra zum Film komponiert. In diesem Fall erwirbt der Produzent die Verfilmungsrechte direkt vom Komponisten, der sich in der Regel auch die Rechte der Interpreten (z. B. der Studiomusiker und S√§nger) √ľbertragen l√§sst. Es ist allerdings zu beachten, dass in Deutschland GEMA-Geb√ľhren anfallen, wenn der Komponist Mitglied der GEMA ist (auch wenn der Komponist Sie nicht darauf hinweist). Sollte der Komponist angeben, nicht Mitglied der GEMA zu sein, lassen Sie sich das unbedingt vor der Beauftragung best√§tigen.

In der Mitte des Bildes ist ein blonder Junge zu sehen der Kontrabass spielt.

Es gibt Verlage, die sogenannte GEMA-freie Musik anbieten. Hier können Sie die Rechte einfach durch Pauschalzahlungen erwerben. Auch hier gilt: Lassen Sie sich eine Bestätigung ausstellen, um im Falle einer GEMA-Forderung die Rechtefreiheit nachweisen zu können. Achtung: Die Tatsache, dass auf einem Tonträger kein GEMA-Zeichen aufgedruckt ist, bedeutet nicht, dass die Musik keinen Beschränkungen unterliegt. Eine Reihe von Verlagen sind auf die Vermarktung von Filmmusik spezialisiert. Hier erwerben Sie direkt beim Verlag die Bearbeitungsrechte und können die Musik zu den angebotenen Konditionen nutzen. Hier fällt zusätzlich die Abgeltung der Autorenrechte bei der GEMA an.

Aufnahme von von einer E-Gitarre im bläulichen Licht mit der eine Person gerade spielt.

Schwierig wird es, wenn Sie ein bereits ver√∂ffentlichtes Musikst√ľck nutzen wollen, das nicht von einem darauf spezialisierten Verlag angeboten wird, also ein St√ľck, das Sie beispielsweise im Radio geh√∂rt haben. Die Vorf√ľhrungs- oder Vervielf√§ltigungsrechte k√∂nnen Sie wie bei allen anderen Varianten auch von der GEMA zu festen Preisen erwerben. Die Bearbeitungsrechte werden zwar in manchen F√§llen treuh√§nderisch ebenfalls von der GEMA verwaltet, liegen jedoch eigentlich bei dem entsprechenden Musikverlag. Dieser kann die Preise und zugelassenen Einsatzfelder v√∂llig frei festlegen. Es kann also sein, dass ein Einsatz in einem Unternehmensfilm grunds√§tzlich nicht gestattet ist. Selbst wenn es¬†erlaubt ist, k√∂nnen die Kosten jeden verhandelbaren Betrag ausmachen. Wenn Sie das St√ľck von einer CD nehmen, m√ľssen die Lizenzkosten neben dem Musikverlag auch noch mit der Tontr√§gerfirma verhandelt werden (wobei diese dann in der Regel auch die Rechte der Interpreten vertreten).


Im Ausland gelten jeweils andere Regelungen. In den USA ist es zum Beispiel auch direkt m√∂glich, vom Komponisten alle Rechte zu erwerben. Falls Sie die Musik allerdings in Ihrem Film in Deutschland verwenden, m√ľssen Sie dies der GEMA gegen√ľber unbedingt nachweisen k√∂nnen.

c) die Sprecher und Schauspieler

Ein professioneller Sprecher oder Schauspieler erh√§lt f√ľr sein Engagement in der Regel ein Honorar. Damit ist allerdings h√§ufig nicht die uneingeschr√§nkte Nutzung der Aufnahme abgegolten. Abh√§ngig vom Einsatzfeld (r√§umlich, zeitlich) erwerben Sie die Rechte √ľber ein Buy-out. Achten Sie unbedingt darauf, dass sich die vereinbarten Nutzungsrechte mit der denkbar gr√∂√üten Verwendung decken. Es k√∂nnte sonst sein, dass auf Sie hohe Kosten zukommen, wenn Sie den Film sp√§ter in einem weiteren Verbreitungsgebiet oder l√§nger als geplant nutzen wollen. Im besten Fall erwerben Sie die zeitlich und r√§umlich uneingeschr√§nkten Nutzungsrechte.

Links zu sehen ein Mann und rechts daneben eine Frau, beide tragen das selbe graue Hemd und unterhalten sich.

d) die verwendeten Archivaufnahmen und die f√ľr den Film gedrehten Materialien

Aufnahme von einem weitreichenden Kornfeld, im Hintergrund sind Waldgebiete zu erkennen.

H√§ufig werden Filmaufnahmen aus logistischen oder finanziellen Gr√ľnden nicht direkt gedreht. Beispiele hierf√ľr sind Aufnahmen aus fernen L√§ndern oder Bilder von einmaligen geschichtlichen Ereignissen. Anbieter, die sogenanntes ‚ÄěStockmaterial‚Äú gegen Geb√ľhr zur Verf√ľgung stellen, fungieren als Mittler zwischen den Produzenten (den Rechteinhabern) und den K√§ufern des Bildmaterials. Der K√§ufer ist in diesem Fall allerdings in der Regel nicht der Endkunde des Films, sondern in der Regel die Produktionsfirma, die hier im Auftrag des Kunden Material zukauft. Die Honorierung und der Umfang der Nutzungsrechte werden in der Regel zwischen diesen Parteien gekl√§rt.


Grunds√§tzlich gibt es hier die M√∂glichkeit der zeitlich und r√§umlich unbeschr√§nkten Rechte√ľbertragung. H√§ufig ist allerdings das Bildrecht nur f√ľr eine konkrete Verwendung mit der genauen Festlegung von Einsatzfeld und Verbreitung zu erwerben. In diesem Fall sollten Sie sich als Kunde sehr genau mit Ihrem Produzenten abstimmen, zu welchem Zweck Sie den Film verwenden wollen. M√∂chten Sie diesen Verwendungszweck sp√§ter erweitern, m√ľssen Sie auch die zus√§tzlichen Rechte erwerben. Dabei k√∂nnen von Fall zu Fall erhebliche Kosten auf Sie zukommen. Selbst kurze Sequenzen k√∂nnen - abh√§ngig vom Einsatzfeld und Gebiet - mit mehreren Tausend Euro pro zus√§tzlichen Verwendungsjahr zu Buche schlagen. Wenn Sie das zuk√ľnftige Verwendungsfeld Ihrer Filmproduktion nicht absch√§tzen k√∂nnen, sollten Sie auf jeden Fall versuchen, uneingeschr√§nkte Rechte zu erwerben. Allerdings ist das nicht f√ľr alle Aufnahmen m√∂glich, gerade sehr hochwertige oder geschichtlich einmalige Aufnahmen bieten h√§ufig nur eingeschr√§nkte Verwertungsrechte an.

Alle Angaben ausdr√ľcklich ohne jede Gew√§hr! F√ľr verbindliche Ausk√ľnfte setzten Sie sich unbedingt mit Ihrem Rechtsberater in Verbindung.

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