Die Wirkung von Filmproduktionen

Auf der folgenden Seite zeigen wir Ihnen, warum die Wirkung von Businessfilmen bisher nur wenig erforscht wurde und veranschaulichen anhand einer Diplomarbeit, wie eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ausschauen kann.

Seminarszenerie: Schulung von Auszubildenden; Aufnahme aus einem Recruitingfilm.


Überzeugungsarbeit und ein "gutes Bauchgefühl"

Ein junger Mann sitzt an einem PC, auf dem eine Animation zu sehen ist, hinter ihm steht ein Ausbilder, der Anweisungen gibt.

Die Wirkung von Business-Filmen ist leider ein bisher wissenschaftlich kaum erforschtes Feld. Überraschenderweise gibt es trotz eines Booms von Werbewirksamkeitsforschungen keine fundierte Studie zur Wirksamkeit von Business-Filmen. Das mag zum einen daran liegen, dass das Spektrum so weit gefächert ist, dass es schon keine einheitliche Klassifizierung gibt, zum Anderen aber auch sicher daran, dass diese Art von Filmen in der Regel sehr komplex ist und zusätzlich die Zielgruppe auch in Studien schwer abzubilden ist. Für eine wissenschaftlich fundierte Studie benötigen Sie detaillierte Angaben, die wiederum eine zeitintensivere Befragung erfordern.


Gleichzeitig scheiden Telefoninterviews aus, da der Film dem Kunden natürlich in einer überwachten Situation vorgeführt werden muss. Für Studien, die in der Regel in einer Laborsituation durchgeführt werden, gibt es zusätzlich wenig Chancen, da Sie nur schwer eine größere Anzahl von Entscheidern aus der Wirtschaft finden werden, die sich die Zeit für derartige Experimente nehmen können. So kann kein repräsentativer Querschnitt der Schicht zustande kommen. All dies führt dazu, dass die meisten Entscheidungen in dem Bereich Wirkungen von Filmen auf Überzeugungen und dem "Bauchgefühl" basieren und in der Regel nicht von Daten untermauert sind.


Die Wirkung von Filmproduktionen als Diplomarbeit

Eine Diplomarbeit an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt hat sich allerdings aktuell mit diesem Thema beschäftigt und die ersten nachprüfbaren Ergebnisse erzielt.

Auf dem Streifen werden die einzelnen Frames erkennbar.

Die Studenten führten auf Fachmessen in Deutschland und China eine umfangreiche Studie mit insgesamt 240 Teilnehmern durch. Die Teilnehmer wurde zu ihrer Einstellung gegenüber dem Unternehmen "Bosch Rexroth AG" befragt. Im Rahmen des ca. 25-minütigen Interviews informierte sich die Hälfte der Teilnehmer durch ein Prospekt, die andere Hälfte durch einen Imagefilm über das Unternehmen. Im anschließenden Teil des Interviews zeigte sich, wie das Bild des Unternehmens durch das jeweilige Medium verändert wurde. 68 % der Befragten bevorzugten eine Broschüre, um sich über ein Unternehmen zu informieren, vor allem weil sie so schneller an die Informationen kommen (63 %) und es weniger Aufwand darstellt (33 %).


Bei der Beurteilung der beiden Medien, die exakt die gleichen Inhalte, Bildmotive und den gleichen Aufbau hatten, zeigten sich allerdings erhebliche Vorteile des Films. In allen abgefragten Kriterien (Kreativität, Verständlichkeit, Seriosität, weckt Interesse, Informationsgehalt und Gesamteindruck) wurde der Film im Vergleich zum Prospekt besser bewertet, trotz gleichen Designs und gleicher Inhalte. Auf die Frage, ob der Film oder die Broschüre sie bewogen hätte, mit der Firma Kontakt aufzunehmen, wenn sie sich gerade mit diesem Thema beschäftigen würden, gaben 65 % der Teilnehmer, die den Film gesehen hatten, an, dass der Film sie zur Kontaktaufnahme bewogen oder sehr bewogen hätte. Der Prospekt erreichte hier einen Wert von 48 %.

Das Prospekt wird also erwartungsgemäß leichter zur Hand genommen, hat aber im Vergleich zur Wirkung von Film weniger Auswirkungen auf die Einstellung des Lesers und damit weniger Einfluss auf die emotionalen Faktoren wie Image, Glaubwürdigkeit usw.

Eine Kurzversion der Studie erhalten Sie bei referenz film kostenfrei, die komplette Studie können Sie zum Preis von € 98,- erwerben.